Annehmbar

XRechnung oder ZUGFeRD / Peppol

Peppol und die E-Rechnung: was es ist und wann Sie es brauchen

Peppol ist ein europäisches Netz für den Versand von E-Rechnungen, kein Rechnungsformat. In Deutschland ist es keine Pflicht: Zwischen Unternehmen vereinbaren Sie den Weg, und eine E-Mail genügt. Über Peppol erreichen Sie aber alle Bundesbehörden und die meisten Kommunen, mit einer XRechnung als Datei. Die prüfen Sie hier vor dem Versand.

Stand: 29.10.2026

Das Wichtigste (Stand 07.10.2026)

Was
Ein offenes Netz mit gemeinsamen Regeln für Geschäftsdokumente; Sie schließen sich einmal an und erreichen alle anderen Teilnehmer
Wer
OpenPeppol, gemeinnütziger Verband belgischen Rechts in Brüssel (seit 2012); in Deutschland die KoSIT als nationale Peppol Authority
Pflicht?
Nein. Zwischen Unternehmen vereinbaren Sie den Weg (E-Mail, Schnittstelle, Portal); zum Empfangen genügt ein E-Mail-Postfach
Behörden
Alle Bundesbehörden und laut KoSIT fast 80 % der Kommunen über Peppol erreichbar (April 2025)
Datei
An den Bund eine XRechnung in der gültigen Fassung; das Peppol-eigene Format heißt Peppol BIS Billing 3.0
Adresse
Behörde: 0204:<Leitweg-ID>; Absender: 9930:<USt-IdNr.> oder 0088:<GLN>
Zugang
Über einen Peppol-Service-Provider (kostenpflichtig) oder einen eigenen Access Point (OpenPeppol-Mitgliedschaft)

So funktioniert Peppol

Peppol arbeitet nach dem 4-Ecken-Modell: Sie (Ecke 1) geben die Rechnung an Ihren Zugangspunkt (Access Point, Ecke 2). Der findet über ein Verzeichnis den Zugangspunkt des Empfängers (Ecke 3) und übergibt sie ihm; der stellt sie dem Empfänger zu (Ecke 4). Wer einmal angeschlossen ist, erreicht alle anderen Teilnehmer, ohne von einem zentralen Anbieter abhängig zu sein. Den Zugangspunkt betreibt meist ein Service-Provider; viele Rechnungsprogramme bringen einen mit.

Peppol trennt den Transport vom Inhalt: Das Netz schickt eine Datei, ob sie inhaltlich stimmt, entscheidet das Format. Für Behörden in Deutschland ist das die XRechnung; eine fehlende Leitweg-ID oder falsche Summen weist die Behörde auch dann zurück, wenn die Datei über Peppol kam.

Peppol, XRechnung und ZUGFeRD

XRechnung
Format: XML-Datei nach dem KoSIT-Standard, UBL oder CII. Geht per Peppol, E-Mail oder Upload
ZUGFeRD
Format: PDF mit eingebetteter XML; meist per E-Mail zwischen Unternehmen. XRechnung oder ZUGFeRD?
Peppol BIS Billing 3.0
Format des Peppol-Netzes, wie die XRechnung auf der EN 16931 aufgebaut, aber ohne die deutschen BR-DE-Regeln. Peppol-Fehlercodes erklärt
Peppol
Kein Format, sondern der Weg: das Netz, über das eine dieser Dateien verschickt wird

An eine Bundesbehörde über Peppol

  1. Zugang wählen

    Einen Peppol-Service-Provider beauftragen oder ein Rechnungsprogramm mit Peppol-Versand nutzen. Eine eigene OpenPeppol-Mitgliedschaft brauchen Sie dafür nicht.

  2. Adressieren

    Die Behörde hat die Peppol-ID 0204:<Leitweg-ID>. Die Leitweg-ID nennt Ihnen der Auftraggeber: So finden Sie die Leitweg-ID. Sie selbst senden als 9930:<USt-IdNr.> oder 0088:<GLN>.

  3. Vorher prüfen

    Laden Sie die XRechnung unten hoch: Wir prüfen sie mit dem KoSIT-Regelwerk, das auch die Behörde anwendet, und zeigen jeden Fehler auf Deutsch.

Ohne Peppol geht es auch: Der Bund nimmt E-Rechnungen über Weberfassung, Upload und E-Mail an. OZG-RE: XRechnung an den Bund senden.

XRechnung prüfen, bevor sie ins Peppol-Netz geht

XRechnung (XML, UBL oder CII) oder ZUGFeRD-PDF hochladen: Wir prüfen sie mit dem offiziellen KoSIT-Regelwerk und den ZUGFeRD-Regeln. Kostenlos, ohne Anmeldung, die Datei wird nicht gespeichert. Eine Peppol-BIS-Rechnung erkennen wir und sagen Ihnen, was sie ist; nach den Peppol-BIS-Regeln prüft Ihr Zugangspunkt. Annehmbar ist kein Peppol-Zugangspunkt und verschickt nichts.

Keine Datei zur Hand? Beispiel prüfen: oder · alle Beispiele zum Herunterladen

Mehrere Rechnungen? Mehrere Dateien prüfen: bis zu 10 auf einmal, auch als ZIP, mit Prüfbericht pro Datei.

Rechnungsprogramme mit Peppol

Diese Programme aus unserem Vergleich nennen Peppol auf ihrer eigenen Seite:

Nur ein paar Rechnungen? Erstellen Sie eine XRechnung hier im Browser und verschicken Sie sie per E-Mail oder über die Plattform der Behörde; die erste ist kostenlos. E-Rechnungen empfangen: was Sie brauchen; ab wann Sie senden müssen: E-Rechnungspflicht.

Häufige Fragen

Was ist Peppol?

Peppol ist ein offenes Netz mit gemeinsamen Regeln, über das Unternehmen und Behörden Geschäftsdokumente wie Rechnungen in einem Standardformat austauschen. Getragen wird es von OpenPeppol, einem gemeinnützigen Verband belgischen Rechts mit Sitz in Brüssel; in Deutschland ist die KoSIT im Auftrag des IT-Planungsrats die nationale Peppol Authority. Peppol ist kein Format und kein Portal, sondern der Transportweg.

Muss ich in Deutschland Peppol nutzen?

Nein. Zwischen Unternehmen vereinbaren Sie den Übermittlungsweg mit Ihrem Kunden; laut Bundesfinanzministerium sind etwa E-Mail, eine Schnittstelle, ein gemeinsamer Speicherort oder ein Download aus einem Portal möglich. Zum Empfangen genügt ein E-Mail-Postfach. Peppol ist ein möglicher Weg, keine Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen Peppol und XRechnung?

Die XRechnung ist ein Rechnungsformat, eine XML-Datei nach dem Standard der KoSIT. Peppol ist ein Netz, über das solche Dateien verschickt werden. Über Peppol an den Bund geht laut E-Rechnung-Bund eine XRechnung in der jeweils gültigen Fassung. Das Peppol-eigene Format heißt Peppol BIS Billing 3.0; es baut wie die XRechnung auf der EN 16931 auf, erfüllt aber nicht automatisch die deutschen Zusatzregeln (BR-DE).

Wie schicke ich eine XRechnung über Peppol an eine Bundesbehörde?

Über einen Peppol-Service-Provider (Zugangspunkt, kostenpflichtig, ohne eigene OpenPeppol-Mitgliedschaft) oder einen eigenen Access Point (kostenpflichtige Mitgliedschaft). Adressiert wird die Behörde mit 0204:<Leitweg-ID>, Sie als Absender mit 9930:<USt-IdNr.> oder 0088:<GLN>. Laut E-Rechnung-Bund ist die Registrierung bei der Plattform OZG-RE des Bundes kostenlos.

Brauche ich Peppol, um an Behörden zu schreiben?

Nicht unbedingt. Der Bund nimmt E-Rechnungen auch über die Weberfassung, den Upload und per E-Mail auf der Plattform OZG-RE an. Länder und Kommunen regeln das selbst; laut KoSIT waren im April 2025 fast 80 % der Kommunen und alle Bundesbehörden über Peppol erreichbar.

Wie erreicht man ein Unternehmen über Peppol?

Über seine Peppol-ID. Für Unternehmen in Deutschland nennt die KoSIT mehrere Kennungen: die German Electronic Business Address (GEBA), die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die Global Location Number (GLN) oder die IBAN. Fragen Sie Ihren Kunden, ob und unter welcher ID er Peppol nutzt.

Was kostet Peppol?

Eine Pauschale gibt es nicht. Ein Service-Provider berechnet seine Preise nach Vertrag; viele Rechnungsprogramme bieten den Versand über Peppol an. Ein eigener Access Point setzt eine kostenpflichtige OpenPeppol-Mitgliedschaft und eigene Technik voraus.

Ich habe Kunden in Belgien. Brauche ich dann Peppol?

Seit dem 1.1.2026 müssen in Belgien umsatzsteuerpflichtige Unternehmen untereinander strukturierte E-Rechnungen verwenden. Ob das für Sie gilt und welchen Weg Ihr Kunde verlangt, klären Sie mit dem Kunden und im Zweifel mit Ihrer Steuerberatung.

Prüft Annehmbar Peppol-Rechnungen?

Wir prüfen XRechnung (UBL und CII) nach dem offiziellen KoSIT-Regelwerk und ZUGFeRD nach den ZUGFeRD-Regeln. Das ist auch die Datei, die über Peppol an den Bund geht. Eine Peppol-BIS-Rechnung erkennen wir und sagen Ihnen, dass sie keine XRechnung ist; nach den Peppol-BIS-Regeln prüft Ihr Zugangspunkt. Was dessen Fehlercodes bedeuten, steht in unserer Liste der Peppol-Regeln.

Ist Annehmbar ein Peppol-Zugangspunkt?

Nein. Annehmbar verschickt keine Rechnungen und ist kein Peppol-Service-Provider. Sie prüfen hier eine Datei, bevor Sie sie über Ihren Zugangspunkt, Ihr Rechnungsprogramm oder die Plattform der Behörde verschicken.

Angaben aus den unten genannten Quellen, gelesen am 07.10.2026. Peppol ist eine Marke von OpenPeppol AISBL; Annehmbar ist mit OpenPeppol nicht verbunden. Keine Steuer- oder Rechtsberatung.